11. April 2010

Reise zum Superklo

 Wir klettern auf die 8:15h Fähre nach Langkawi.

Winkfotos sind die Besten.

Unser Taxifahrer ist sehr gläubig und gruselig. Ihm fehlen sieben Finger und Teile der Augenlider.

Kunst!

Die Fontäne von oben.

Frauke und Ferdi rollern vor Freude übers Superklo johlend auf dem Bett rum. Ich arbeite und knipse den Kasten, der wahrscheinlich ein Fön ist.

Wer wünscht sich das nicht. Eine Fahrt auf die Tropeninsel Langkawi, drei Nächte Strand zum Malaysia Abschluß und obendrauf ein Klo mit Springbrunnen im Zimmer. Nach drei Stunden Fahrt mit der Fähre sind wir da. 27s nach dem wir die Rucksäcke abgestellt haben, ruft Ferdi lachend Unverständliches aus dem Bad. Er hat sofort den Springbrunnen im Klo entdeckt. Der Klospringbrunnen wird zum heimlichen Mittelpunkt von unserem Bungalow.

Sonne im Aquarium

Frauke als Kopf mit Sonnenbrille in Hellblau.

Die Jungs von der Buddelfront.

Kinder werden in Asien mit Keksen gnädig gestimmt.

Während wir schnorcheln und ständig gegen Fische rammeln.

Ohne die Sportaffen, wäre der Strand eine Augenweide.

Blick beim Frühstück nach draußen.

Und so sieht draußen aus.

Kristallklares Wasser voller Aquariumfische, dicker Schildkröten und Riffhaien kann man nicht oft genug sehen. Die Perhentians Inseln standen ganz oben auf unser „Nochmal besuchen“ Liste. Drei Nächte im Tropenaquarium gehen schnell vorbei und wir fahren mit einer Gewissheit wieder ab. Wenn Du nichts zu tun hast, abgesehen von Schnorcheln oder Bier danach am Strand trinken, vergeht die Zeit anders für Dich. Die Wahrnehmung verschiebt sich von wichtig auf egal. Die Natur ist größer als der Mensch und sie weiß es. Wenn Du es auch begriffen hast, ist der Blick Deiner Augen beim Wellenbeobachten für immer ein anderer.

Da vorn ist vorn


Es gab keinen Kuhzusammenstoß.

Dafür Straßen wie in Deutschland.

Wolken wie im Himmel.

Und Wälder ohne Wege.

Kirschners essen knallhart und unerschrocken alles und überall.
Frauke übersetzt und probieren macht bekanntlich klug.

Kippen, Koranverse, Kaugummis und Kekse.
Wolfgang an der Kasse mit Testessen.

Ja Fraukes Fingernagel ist abgebrochen.
Die Milchflasche war Schuld, die Sau!

Weil ich grad so auf Wolken stehe.

Wir fahren aus der Mitte Malaysias in den Nordosten des Landes. Vom Taman Negara zu den Perhentian Inseln. Das klingt ohne die exotische Kulisse wenig aufregend, ist aber ein Krimi erster Kajüte. Schuld ist die Orientierung. Straßenbeschilderungen und Karten des Landes existieren zwar, sind jedoch fast immer ungenau oder einfach veraltet. Auch ausgedruckte Google Maps Karten helfen übrigens wenig, da diese Orientierungshilfe nur von Kreuzung zu Kreuzung hilft und selten generelle Richtungen angibt. Weil aber kaum eine Kreuzung ausgeschildert ist, können wir aus dem Papier nur Origamifrösche basteln. Das Herumirren ist aber auch schön. Richtig schön. Wir entdecken unglaubliche Landschaften. Manchmal trauen wir unseren Augen nicht vor soviel Herrlichkeit. Wir kommen schneller voran als jeder Bus, denn keiner von uns muss zwischendurch beten. Pinkelpausen gibt es nur, wenn die Kinder schon gelb im Gesicht sind und Essensbuden am Straßenrand rumstehen. Auf langweiligen Straßenabschnitten brettern wir schnell wie Dorfdeppen und gewinnen damit Zeit für die schönen Abschnitte, die wir im Ochsenkarrentempo befahren.

10. April 2010

Urmenschen in T-Shirts

Zu den Waldmenschen geht es per Boot.

Schwimmweste ist ein Muß, denn der Fluß ist wild.

Angekommen. Frauke, Ferdi und der geldgierige Führer.

Das Dorf besteht eigentlich aus getrocknetem Laub.

Hier ist die Waschküche.

Das die Küche.

Die Orang Asli Männer zeigen, wie Blasrohrpfeile hergestellt werden.

Und die Weißen sehen zu.

Die Kinder wundern sich über die vielen Leute.

Sie staunen.

Und starren.

Kurzer Stopp auf dem Rückweg zum Abkühlen.

Der Kopf von Frauke brodelt vor Hitze.

Und erzeugt riesige Wolken am Himmel.

Wir besuchen die Orang Asli. Die Orang Asli sind die Ureinwohner Malaysias. Sie sind Jäger, Sammler und Halbnomaden in den schwer zugänglichen Waldgebieten des Landes. Ohne Ortskundigen ist kein Zusammentreffen möglich. Die Orang Asli erinnern uns vom Aussehen her an die australischen Aboriginies oder die Naturvölker Papuas, die wir beide nur aus dem Fernsehen kennen. Diese Menschen hier sind echt. Als wir in das Dorf kommen, packt uns das schlechte Gewissen. Wir sehen keine Dschungelromantik sondern nackte Armut. Hier pflückt niemand süße Früchte von bunten Dschungelbäumen, sondern trotzt dem Wald jedes Gramm zum Überleben ab. Zeitgleich mit unserem Boot erreichen auch andere Touristen das Dorf. Die Weißen stapfen mit Kameras durch das winzige Dorf. Alle sind neugierig, aber keiner weiß, wie man sich verhalten soll. Ein Forscher versammelt später die Weißen um sich und erzählt Wissenswertes über die Waldmenschen. Er erklärt Grundlagen der Überlebensstrategien und erläutert den richtigen Bau eines Blasrohres mit Pfeil. Als er fertig ist, laufen wir schnurstracks zum Boot zurück. Wir fühlen uns wie erwischte Voyeure und kommen uns blöd vor. Per Boot tuckern wir in unsere Welt der Mikrowellen, LCD Fernseher und Einlegesohlen zurück.

Grüner Rausch

Bäume groß, Menschen klein. Der Taman Negara.

Bei den Proportionen im Urwald, fühlen wir uns oft wie Zwerge.

Das ist der Ipoh Baum. Der giftige braune Saft an der Messerklinge legt jeden um und ist ein beliebtes Pfeilgift der Waldmenschen.

Kirschners versuchen sich still an den Rückweg zu erinnern.

 
Jut druff durch Kampfschwitzen. Robi und Ferdi.

Durch die Baumkronen geht es beim Canopy Walk.

Es gibt sogar Treppen in 35m Höhe.

 
Natürlich auch Reptilien  die an Nachbarbäumen kleben.

Wenn Du eine Baumkrone bist, sieht so der Dschungel für Dich aus.


Spazierengehen heißt laufen und es macht Spaß sich eine Umgebung, eine Landschaft oder eine Stadt zu „erlaufen.“ Einen Dschungel zu „erlaufen“ ist so, wie einen blutgierigen Dinosaurier zuzureiten. Es geht nicht. Zumindest nicht in unserem deutschen Sinne. In einem Dschungel bist Du ohne Führer und entsprechende Kenntnisse und Ausrüstung ziemlich hilflos. Wir lernen das Lianen vor dem Verdursten retten können, staunen über wilde Dschungelbienen und ängstigen uns vor dem tödlichen Saft unscheinbarer Bäume. Trotzdem gilt der Taman Negara als freundlicher Dschungel. Es existieren Pfade und Flüsse durch das rauschende Grün. Feuchte Hitze, Grün in allen erdenklichen Facetten und Geräusche ohne klare Herkunft oder Absicht benebeln uns alle ordentlich. Wenn ich Frauke, Ferdi und Kirschners verstohlen beobachte, sehe ich auch in ihren Gesichtern und Gesten die ersten Dschungelüberdosis-Anzeichen. Mir fällt die Schlußszene von „Aguirre – Der Zorn Gottes“ ein. Klaus Kinski treibt da–natürlich frisch wahnsinnig geworden– auf einem Floß voller Affen auf einen Dschungelstrom rum. Enden wir auch so grandios?

Ich bin da. Das Internet nicht.

Das Internet hängt in Malaysia oft in der Luft und am seidenen Faden.


Verzeihung für die unregelmäßige Berichterstattung der letzten Tage. Es ist verhext, egal wo wir ankommen, fällt das Internet aus, ist grade kaputt, Stromausfall oder oder oder … Als Krönung verfolgt uns das Böse nun auch nach Hause. In unseren vier Wänden in Penang gibt es auch kein Netzt mehr. Das ist ein Zeichen und ich kann es lesen.



6. April 2010

Auf Achse

Kuala Lumpur verabschiedet uns mit tränenreicher Überschwemmung.

Autobahn in die Urzeit.

Latsch und Bommel sind natürlich mit an Bord.

Hier mal erschöpft.

Biosprit wird aus riesigen Palmplantagen gewonnen. Monokultur pfui!

An der Panne vorne fahren wir vorbei. Ein Raub reicht.

Ich steuere unseren Wagen mit der Kraft meiner Gedanken, 
dem Fenstergriff und Laserbrillenstrahlen.

Von der Räuberstadt Kuala Lumpur geht es nach Norden. Wir wollen zum Taman Negara. Der Taman Negara ist 130 Mio. Jahre alter Urwald!!! Nationalpark. Von Menschen kaum berührt. Ob das weltweit einmalig ist, wissen wir nicht, aber sehenswert auf jeden Fall. Wir fahren hin. Diesmal in unserem Spacko Spoiler Langstreckenwagen. Ca. 350 km sind zu bewältigen. Obwohl wir das Land ein wenig kennen, ist es trotzdem eine Reise ins Unbekannte. Mal wir vorne, mal Kirschners vorn. Manchmal sieht die Strecke aus wie die Alpen, später wie Afghanistan und später wie in der Karibik. Erfahrung kommt nicht umsonst von erfahren.