22. Januar 2010

Du als Reiskorn


Unser wackeres Autolein. 


Hier bist Du mitten im Reissack.


Offiziell gibt es in Malaysia keine Fußgänger.


Was, Tür fehlt?  Ach Mann, die ist 1972 eben mal abgefallen …


Aus den löchrigen Schulbussen fallen manchmal Kinder raus.


Freitag ab 1 macht jeder seins. Hier auch, alle fahren zum Freitagsgebet.

Stell Dir vor Du wachst morgens auf und bist ein Reiskorn. Du liegst in einem Sack der durchgeschüttelt wird und 1 Million andere Reiskörner werden mit Dir zusammen durchgeschüttelt. Du kannst es Dir vorstellen? Prima und herzlich Willkommen im Straßenverkehr von Malaysia. Malaysischer Verkehr bedeutet eigentlich ständiges, halbsanftes Drängeln. Wirklich aggressiv fährt hier kaum einer, denn es gibt einfach zu wenig Platz und weil alles etwas langsamer läuft, gewöhnen sich die Bewohner auch elementare Handlungen wie Blinken oder vorausschauendes Fahren ab. Der aus dem Fenster baumelnde Arm wird zum Blinker und 2 cm Abstand zum Vordermann bei 70 km/h reichen ja wohl völlig aus. Keiner meint es böse und alle schweben langsam, wie vor einer beginnenden Ohnmacht, die Straße entlang. Aufregen tue ich mich kaum noch, manchmal hupen bei zu miesen Blinkervergessenmanövern, ansonsten sind wir eigentlich wie drei deutsche Kartoffeln im Reissack – wir kommen an.

20. Januar 2010

Ferdinand und Michael


Michael als Plastikfigur auf einer Tropeninsel nahe der Hauptstraße.


King of Pop und King of Kandale!

Auch auf Penang gibt es die Seuche der Hard Rock Cafes/Hotels. Essen und Trinken wird da teuer verkauft und es hängen Gitarren von Musikern rum, die wahrscheinlich nie Geld hatten in solch einem Laden überhaupt einen Kaffee trinken zu können. Egal nicht unser Ding. Echt schau ist aber, dass die Hard-Verdiener eine Michael Jackson Statue dahingestellt haben. Anfassen u.ä. ist natürlich streng verboten – aber wie können wir denn zwei Königen verbieten, was sie zu tun haben?

18. Januar 2010

Raspelkurz


Krasse Killer Kopfkante.


Wegen des misslungenen Haarschnittes wäscht das Kind freiwillig ab!


Endlich die passende Frisur zu unseren Wohnzimmerwaffen.


Der indische Friseur sprach kein Wort Englisch.
Dafür ist es ganz gut geworden.


Buntes Spielzeug hilft über den neuen Leichtkopf hinweg.

Ferdi hat uns vorhin wieder mit seinen Haarschnittkünsten überrascht. Heimlich in der Ecke hat er mit der Schere an seinem Kopf rumgeschnippelt. Das Ergebnis war eine Mischung aus Kante hinten, Kante vorn und Mönchstonsur. Frauke wollte tapfer retten was noch geht, aber das überstieg auch ihre Make- Up Künste. Der anschließende Friseur dachte so ähnlich und ich starre staunend immer noch unser Kind mit so ultrakurzen Haaren an! Krass!

17. Januar 2010

Fett verbrennt am Stausee


Die Chinesen holen ihre Bikes aus dem Kofferraum,
wir unsere Verpflegungsbox.


Der Staumauerweg führt zum Dschungelpfad.


Das Blatt an dem Ferdi zieht, ist ca. 3m lang.


Es gibt im Dschungel eine Menge beunruhigender Tiere.
Wir halten darum die Zivilisation lieber im Auge.

 
Kung Fu Streckübungen nach der Stauseeumrundung.


Der Herr schämt sich, denn so biegsam ist er dann doch nicht.


Der Chinese links oben macht Spagat, während Ferdi Mama
den Rücken walzt.

Bei uns ist ja hier Schluß mit Winter und pünktlich dazu finde ich Frauke morgens jammernd im Wohnzimmer. Sie klappert traurig mit den Augen, denn sie glaubt erkannt zu haben, das Malaysia sie dick macht. Das ist natürlich Unsinn, trotzdem schnappen wir Ferdi und rumpeln mit unserem Schuhkartonauto zum Dschungelspaziergang hinterm Kek Lok Si Tempel. Da waren wir noch nie und überrascht stellen wir fest, wie hübsch das hier oben ist. Es gibt einen Stausee, frische Luft und tatsächlich gepflegte Umgebung. Als echte Dorf Rauhbeine stürzen wir uns natürlich erstmal auf einen gruseligen Dschungelpfad. Der kriegt uns nach zwei Stunden nicht klein und darum gibt es zur Abkühlung nochmal eine Stunde Spaziergang um den Stausee. Aufsehenerrregend ist die Menge der Jogger und Radfahrer. Überrascht sehen wir das erste Mal in Malaysia soviele Menschen an frischer Luft Sport treiben–unglaublich. Am Tagesende witzeln wir: … So sind wir jungen Deutschen, statt wie früher zu marschieren, gehen wir wandern … Gekämpft wird heute gegen dicke Schenkel und nicht gegen Russen. Aber jetzt genug vom Sport – her mit der Schokolade!




Geh zum Strand und laß Deinen Drachen steigen


Solch hübsche Strände gibt es auf Penang. Wenn man sucht.


Kaum zottelt Frauke am Drachen, will der schnell weg
und fliegt endlich mal.


Profi Ferdi findet solche Schnellschüsse albern und prüft lieber
vorher die Bodenbeschaffenheit.


 Kleine Männer–große Taten.



Jetzt ist Ferdi Schnurzottler und Frauke Drachenschmeißerin.

Bei uns beginnt jetzt wieder die Hot Season, das bedeutet nun wird der Sommer noch viel heißer als sonst und es gibt mehr Moskitos. Na endlich! Wir wollen also schnell ans Licht und was ist da naheliegender als ein Strandausflug. Mit unserem gemeinen schwarzen Gummiadlerdrachen suchen wir einen Strand mit wenig Menschen und wenig Müll. Tatsächlich fällt uns solch ein Kleinod ohne langes Suchen unter die Füße und noch ehe das Auto richtig zu ist, rasen Ferdi, Frauke und der Gummiadler am Strand herum. Ich muss unter einem Baum auf der schattigen Decke sitzen, das Gepäck vor einer halbwüchsigen Malai-Motorroller-Gang bewachen und Fotos machen. Nach zwei Stunden sind wir k.o., von malaiischen Großfamilien umzingelt und wissen das unser Drache erst richtig fliegt, wenn wir wie Stahlarbeiter schwitzen.

Malaysia, Malaysisch, Malaiisch – Hä?


Beim nächsten Smalltalk seid Ihr Könige mit Eurem Malaysia Wissen.

Ich habe es bestimmt auch schon 150 mal falsch gemacht und damit ich der Einzige im Fettnäpfchen bleibe, endlich eine Erklärung. Was hat es denn mit Malaysia, Malaysisch und Malaiisch auf sich? Ist doch alles das gleiche oder? Nö! Der Staat Malaysia besteht grob gesagt aus Chinesen, Indern und Malaien. Die Chinesen und Inder sind in den vergangenen Jahrhunderten hergekommen und bilden zusammen mit den hier einheimischen Malaien Malaysia. Die Chinesen sind hier so wie überall auf der Welt: viele, fleißig und rücksichtslos. Die Inder sind ähnlich und wurden darum gern von den Engländern für Teeplantagenschufterei ins Land geholt. Die Malaien waren vorher da und stellen heute mit 60% der Einwohner auch die Mehrheit. Die Malaien sind Moslems und deshalb ist der Staat auch muslimisch. Meine Eselsbrücke ist doof aber klappt: In einem malaysischen Supermarkt kann ich Bier kaufen, in einem malaiischen Supermarkt aber nicht, denn in malaiisch steckt das doppelte „ii“— Und doppel ii steht für „ii-pfui“ Bier.

15. Januar 2010

Enger Trendsport


Konzentration auf das Match. Mit diesem Kerlchen in Uniform ist nicht zu spaßen.


Aufschlagpose.


Der ging daneben …

Das neue große Sportding passiert bei uns drinnen. Wir haben Wohnzimmerfederball für uns entdeckt–ziemlich eng das Ganze, aber auch ein Heidenspaß. Ferdi hatte ein paar Tage Husten und konnte nicht im Pool schwimmen, aber wohin mit der Klein Jungs Energie? Beim Fußball im Wohnzimmer sind lauter Lampen kaputtgegangen und die Nachbarn pochen, weil der Ball so laut ist. Das ging nicht mehr. Federball ist da besser–genauso schnell, genauso anstrengend und nahezu geräuschlos. Ihr Trendsportlerfuzzies, geht nach Hause weinen!