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4. März 2010

Krawall Kommando Kandale kriegt Krätze

Das ist kein Special Effect, sondern das Werk böser Bakterien.

Im Wartezimmer wartet außer uns und den sieben 
Empfangsschwestern niemand.

Dafür gibt es Fische vorm Wartezimmer.

Wenn wir grad mal da sind, wird gleich Adventisten Brot gekauft.

Der Arzt muss leben und die Pharmaindustrie auch. Frauke bezahlt.

Die Medizin saugt man per Spritze aus der Flasche.
8ml ml sollen es sein.

Die gipsartige Masse wird per Nase zuhalten 
in den Schlund geschossen.

Krätze – der Klassiker unter den Punkerkrankheiten. Jetzt auch bei uns. Beinahe jedenfalls, denn es war keine Krätze. Aber fast. Von jeder Reise bringen sich die meisten Menschen was hübsches mit. Wir haben uns diesmal jucken mitgebracht. Eigentlich hat Ferdi das Jucken angeschleppt. Wahrscheinlich von Andre beim Toben angesteckt. Schon eine kleine Wunde reicht, ein wenig Dreck, ordentlich schwitzen dazu und schwupps wachsen am ganzen Körper kleine Schorfstellen. Der Schorf wird immer mehr, platzt irgendwann eklig auf und übrig bleibt der Glöckner von Notre Dame. Na ja nur, wenn kein Arzt hilft. Als wir wieder in Penang sind, schlagen wir klugerweise im Internet nach und fast alle Symptome weisen auf Krätze hin. Also haben wir Krätze. Es ist spät, wir müssen schlafen und können leider erst am nächsten Morgen zum Doktor. Kaum geht die Sonne auf, fetzen wir im Auto zum Adventistenkrankenhaus und bekommen Entwarnung. Der weise Chinesenarzt bleibt gelassen, denn viele Kinder haben hier Impetigo. So heißt diese Bakterienhauterkrankung. Er sagt, ein wenig Salbe und Antibiotika, viel duschen und alles wird weg gehen. Jetzt, einige Tage später, ist tatsächlich alles weg und nur Ferdi musste Medizin schlucken. Ich freue mich seitdem, dass Ferdi für nur 50 Euro seine beinahe Punkerkrankheit ausgetrieben wurde. Von einem chinesischen Doktor, der Jesus sehr lieb hat. 

13. Februar 2010

Ferdinand das Vorschulkind

 Das sind wir in Zühlsdorf auf dem Rasen, der in der Mitte ist Ferdi
und der braune Klecks oben sollte das Baumhaus werden.

Das sind Untertitelversuche auf Blumenmotiven.

In den Seiten steckt viel Kampf von einem kleinen Jungen mit einem großen Stift umgeben von fremder Sprache.

Ferdinand Kandale. orange, yellow, blue.

Handarbeit im Kampf entstanden.

Leidet unser Kind nun unter der Knechtschaft des malaysischen Vorschulsystems oder bereitet diese Art des Lernens auf das echte Raubtierleben da draußen vor? Ferdi ist Stolz etwas zu können, aber er hasst das Lernen davor. Wer nicht? Wenn ich mir mit Frauke seine Schreibversuche ansehe, geht uns aber doch das Herz jedesmal über und ein bißchen sind wir schon Stolz auf den kleinen Jungen in violetter Kindergartenuniform mit dem Stift in der Hand.

3. Dezember 2009

Huch!


Selbstversuch mit Haarschneidemaschine. Könnte man ja auch ein Batman Zeichen reinrasieren oder?

Eben beim Friseur. Ich sitze vor dem Spiegel und bekomme die Haare geschnitten. Ohne Brille, also blind wie ein Maulwurf. Ferdi kommt nach mir dran und wartet noch auf seinen Haarschnitt. Er vertreibt sich die Zeit und brummt vor sich hin, ich finde Selbstmeditation für Kinder ganz o.k. und staune das er sowas kann. Als er auf den Stuhl klettert, lacht die Friseurin erstmal herzlich los …

Junge Hunde


Wir hatten die Scheibe einen Tag davor richtig putzen lassen …


Ein Balkon wird zum See. Dafür bekommen wir saubere interessante Scheiben.


Als Belohnung gab es fettiges Brot mit Ei, serviert von Indern mit Schürzen.

Wir haben gestern mal probiert, wie es ist drei Kinder zu haben – genauer gesagt, drei Jungs. Moritz und Fabian aus Ferdi's Kindergarten waren Nachmittags bei uns. Nur vier Stunden, aber die hatten es in sich. Jedes Kind einzeln für sich, ist so lieb wie ein neugeborener Streichelhase, treffen sich jedoch die Streichelhasen, mutieren sie zu einer Horde wilder Hooligan-Kläffer auf TNT. Angriffe nach außen werden geplant und wenn da keiner zum verkloppen vorbeikommt, wird nach innen geboxt (der Kleinste muss leiden). Für Ferdi war es wunderschön, endlich einmal deutsche Kinder in seinem Alter  zu Besuch zu haben. Und ich rufe ganz laut: REESSPPEEEKKTT!–für jeden mit mehr als einem Kind.

19. November 2009

Im Kindergarten sehen wir alle gleich aus


Ich liebe Bilder von verunsicherten Kindern vor großen Bäumen.


Mit Helm bekommt die Uniform langsam Sinn.


In voller Montur und ganzer Pracht: Kindergarten Cop.

Wer hätte das gedacht – unser Kind in Uniform. Ja ist nur die Kindergartenuniform, aber es ist eine Uniform. Die erste Woche wird kein Kind gezwungen sie zu tragen, in der zweiten Woche sollte man langsam Fortschritte machen oder einfach die Uniform mit zum Kindergarten nehmen (haben wir gemacht, die Erzieherinnen „kümmern“ sich dann darum). Ferdi ist vorsichtig ausgedrückt kein Fan, macht aber mit, da ja bald der Weihnachtsmann dafür Belohnungen bringt. Mich erinnert das ja an DDR und kratzige fliederfarbene Hemden kombiniert mit grauen kurzen Kratzhosen sind in ihrer falschen Gleichmacherei bestimmt nicht die erwartete pädagogische Wunderwaffe. Oder irre ich mich gewaltig und Uniform macht gesund, stark und lässt Mädchenherzen schmelzen?

18. November 2009

Montessori-McDrive


12:02 h. Puh, zum Glück steht nur einer vor mir in der Schlange.


Ferdi freut sich wieder etwas zu verstehen.


Gruppenbild mit zwei lässigen Schuhkartonvornesitzern.


Ein kurzer Blick zurück.


Zur Belohnung gibt es Bodybuildernahrung.

Mieses Fastfood und ganzheitliche Montessori Pädogogik passen nicht zusammen! Das dachte ich auch bisher, doch das ist falsch. Der Kindergarten, in den Ferdi nun geht, ist die perfekte Synthese aus beiden Welten. Das geht so: Man fährt mit dem Auto bis vor die Eingangstür vom Kindergarten, dort warten die Erzieherinnen und ein indischer Hausmeister, sie öffnen die Wagentür, nehmen das Kind raus, rufen was Nettes und Peng! ist die Tür wieder zu. Der Hintermann hupt, also wieder losfahren. Nix da mit dem Kind nochmal zuflüstern oder einen Kaugummi zustecken. Nein. Beim Abholen das Gleiche, nur dass dann neben dem Hausmeister noch die Kinder in Reihe stehen und auf Abholung warten. Mehr McDonald-McDrive ginge ja nur noch, wenn die Kinder beim Abholen Käse auf den Köpfen hätten. Bevor ich das System nicht kannte, bin ich dusselig noch ausgestiegen um alle zu begrüßen. Jetzt begreife ich auch, warum damals alle so gezwungen gelächelt haben. Gegensätze ziehen sich eben an. Das bleibt mein Trost, da ich diesen Kindergarten wohl nie wieder von innen sehen werde.

4. November 2009

Kindergarten 2


8:30h Ferdi knabbert zum Tränenunterdrücken Äpfel.


Zwei hungrige Kinder starren gierig meine Kamera an.


Ein indischer Hausmeister hält das alles in Ordnung.

 
Hinten wird im Schatten morgens gespielt.


Zur Belohnung für den ersten Tag gab es Nachmittags Spaghetti.


Es war einfach zu langweilig ohne Kinder. Ferdi geht nun doch in den Kindergarten. Wir haben einen Montessori Kindergarten gefunden und nach zweimaliger Besichtigung und einem „JA“ Urteil geht er seit gestern dorthin. Ein altes Haus, schön grün gelegen und 20 Autominuten von uns entfernt. Auch dort gibt es Vorschule, allerdings nicht mit dem Dampfhammer und unter Zwang, sondern liebevoller und gewohnter, wie es Ferdi kennt. Gestern gab es Anfangs noch Tränen, aber heute morgen war es schon leichter ihn zu bewegen. Schön ist, dass es auch noch zwei andere deutsche Jungs dort gibt. Beide sind so alt wie Ferdi und sprechen schon ein wenig Englisch. Schräg ist, dass hier alle Kinder (Schule und Kindergarten) Uniformen tragen. Wie wir ihn dazu bringen, weiß ich noch nicht. Die Erzieherin sagt, dass die Kinder das bald selbst wollen … Wir sind gespannt und berichten.